Höchste Effizienz

Markteinführung: Der erste Dachs 0.8 mit Brennstoffzelle läuft in Allensbach am Bodensee

Die Brennstoffzelle ist da: Mit dem neuen Dachs 0.8 präsentiert der Hersteller SenerTec eine hocheffiziente Heizlösung für moderne Ein- und Zweifamilienhäuser auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung. Die deutschlandweit erste Anlage ist bereits in Betrieb gegangen – in Allensbach am Bodensee.

Das Prinzip ist dasselbe – die Technologie neu: Der Dachs 0.8 produziert wie seine Geschwister Strom und Wärme gleichzeitig, setzt dabei aber auf moderne Brennstoffzellentechnik. Bei der Entwicklung wurde besonders Wert auf hohe Effizienz gelegt. Der Effizienzstandard des Produktes liegt bei A+++. So kann der Dachs 0.8 besonders niedrige Heizkosten gewährleisten.

Ein starkes Team: Der Dachs 08 mit Brennstoffzelle und der Spitzenlastkessel sorgen für Autarkie im Hause Fröhlich. (QUELLE: SenerTec)

Der neue Dachs 0.8 mit Brennstoffzellentechnologie. Einbausituation der stromerzeugenden Heizung in einem Keller.

Im Inneren der Brennstoffzelle kommt es beim Betrieb zu einer chemischen Reaktion. Wasserstoff und Sauerstoff verbinden sich zu Wassermolekülen. Bei diesem Prozess entstehen Strom und Wärme. Die thermische Leistung des Dachs 0.8 liegt bei 1.100 Watt. Die elektrische Nennleistung beträgt 750 Watt. Damit ist das neue Produkt ideal auf den geringen Wärmebedarf neu gebauter oder energetisch sanierter Ein- und Zweifamilienhäuser abgestimmt. Wird mehr Wärme benötigt, z.B. im Winter wird das integrierte Gas-Brennwertgerät automatisch zugeschaltet. Durch die Stromproduktion in Eigenregie können sich die Eigenheimbesitzer zusätzlich ein Stück weit unabhängiger von der öffentlichen Stromversorgung machen.

Peter Löser (l.), Leiter des SenerTec Centers Engen, hat den Einbauprozess des Dachs 0.8 mit Brennstoffzelle bei Betreiber Mike Fröhlich von der anfänglichen Beratung bis zur Beantragung der Zuschüsse begleitet. (QUELLE: SenerTec)

Der Besitzer Herr Fröhlich steht mit Center-Geschäftsführer Peter Löser im Keller bei seinem neuen Dachs 0.8 mit Brennstoffzelle.

Vom alten Ölbrenner zur Brennstoffzelle

Der erste „Dachsbau“ für das neue Produkt befindet sich in direkter Nähe zum Bodensee im baden-württembergischen Allensbach. Seit November arbeitet die Anlage im Eigenheim von Familie Fröhlich und zeigt die Anwendungsmöglichkeit in einem teilsanierten Altbau.

Die Doppelhaushälfte aus dem Jahr 1963 hat eine Wohnfläche von rund 130 Quadratmetern. Fenster und Türen wurden in der Vergangenheit bereits ausgetauscht, um Wärmeverluste zu reduzieren. In naher Zukunft wird die Familie das Dach aus demselben Grund mit einem modernen Wärmeschutz ausstatten. Beim massiven Ziegelmauerwerk hat eine thermografische Untersuchung nachgewiesen, dass sie nur geringe Wärmeverluste aufweisen und eine nachträgliche Dämmung nicht wirtschaftlich wäre.

Deutlich veraltet war die bestehende Heizung. „Unsere alte Anlage war rund 30 Jahre alt und eine wahre Ölverbrennungsmaschine“, erklärt Eigenheimbesitzer Mike Fröhlich. Rund 2.500 Liter Heizöl wurden pro Jahr benötigt, um den Wärmebedarf des vierköpfigen Haushalts zu decken. Es war klar: Eine Alternative musste her. Fröhlich: „Öl wollte ich nicht mehr einlagern. Das ist für mich nicht der Brennstoff der Zukunft.“

Ein befreundeter Heizungsbauer brachte die Familie schließlich auf die Brennstoffzellentechnologie. „Ich habe Informatik und medizinische Physik studiert. Daher begeistern mich neue Techniken immer“, erzählt Fröhlich. Die Effizienzrechnung ergab: Bei den gegebenen baulichen Voraussetzungen wird sich der Dachs 0.8 mit Brennstoffzelle in gerade einmal rund zwölf Jahren amortisieren, während gewöhnliche Heizkessel nur Kosten verursachen. Die für den Betrieb der Anlage benötigte Gasmenge entspricht lediglich noch einem Drittel des bisherigen Ölverbrauchs. Durch den selbst erzeugten Strom entfallen zudem die Stromkosten, sodass sich die Anlage noch einmal deutlich schneller bezahlt macht.

Die Installation der Anlage übernahm der SHK Fachbetrieb Senger aus Konstanz in enger Abstimmung mit den Brennstoffzellen-Experten aus Schweinfurt. Die Beratung und Baubegleitung wurden vom zuständigen SenerTec Center Engen übernommen. Auch die Beantragung sämtlicher Zuschüsse wurden seitens der Experten rund um Center-Geschäftsführer Peter Löser abgewickelt und bis zur Auszahlung begleitet.

Mit Batteriespeicher zu mehr Autarkie

Der Service wie auch die Technik haben Fröhlich überzeugt. Die Wärmeleistung des Dachs 0.8 reicht aus, um den Grundbedarf an Wärme der Familie zu decken. Für Spitzenlasten ist die Anlage zudem mit einer Erdgas-Brennwerttherme ausgestattet. Das warme Wasser bereitet eine integrierte Frischwasserstation im Durchflussprinzip.

Um neben der Wärme auch den Strom optimal zu nutzen, ist in dem Gesamtsystem von Familie Fröhlich ein zusätzlicher Batteriespeicher mit einer Kapazität von 6 kW integriert. So lässt sich der Strom, der im Heizbetrieb entsteht, zeitversetzt nutzen. Zusätzliche Überschüsse speist Familie Fröhlich gegen eine Vergütung in das öffentliche Versorgungsnetz ein.

„Wir leben so, dass wir versuchen, unnötige Energieverschwendung zu vermeiden“, erklärt Mike Fröhlich. In der Heizperiode reicht der selbst erzeugte Strom bilanziell aus, um den eigenen Bedarf komplett abzudecken. Ob das für die kompletten rund 3.100 kWh Strom gilt, die die Familie benötigt, ist allerdings nicht sicher. Denn im Sommer reduziert sich aufgrund des fehlenden Heizbedarfs auch die Stromerzeugung. Fröhlich: „Wir werden nun erst einmal ein bis zwei Jahre Erfahrungen sammeln. Eventuell werden wir unsere Haustechnik dann noch um eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ergänzen, um auch im Sommer bei unserer Stromversorgung so unabhängig wie möglich zu sein.“

Die Steuerung des Dachs 0.8 mit Brennstoffzelle erfolgt via Touchscreen und ist leicht bedienbar. (QUELLE: SenerTec)

Der Dachs 0.8 mit Brennstoffzellentechnologie. Herr Fröhlich, Besitzer des Dachs 0.8, bedient das Display seiner neuen stromerzeugenden Heizung.

Elektromobilität als Zusatzoption

Auch ein weiteres Themenfeld hat Mike Fröhlich bereits im Blick: Die eigene Mobilität. Der Dachs 0.8 ist grundsätzlich ideal dazu geeignet, nicht nur den Batteriespeicher für den häuslichen Strombedarf, sondern über eine private Ladebox auch den Akku eines Elektrofahrzeugs zu füllen. „Sobald der nächste Autowechsel ansteht, kann ich mir gut vorstellen, auf ein Elektrofahrzeug umzusteigen“, berichtet Mike Fröhlich.

Anlage im grünen Bereich

Nach den ersten Monaten des Betriebs arbeitet der Dachs 0.8 in Allensbach einwandfrei. Die Anlage wird vom Hersteller von Schweinfurt aus überwacht und im Rahmen eines Vollwartungsvertrages regelmäßig gewartet. Die Brennstoffzellen wird dabei lediglich alle fünf Jahre kontrolliert, der Spitzenlastkessel jährlich überprüft. Zudem stellt der Hersteller für die ersten zehn Jahre ab Inbetriebnahme die Funktion der Brennstoffzelle sicher. Mike Fröhlich ist von der Anschaffung voll und ganz überzeugt: „Wir haben zwei Kinder, denen wir natürlich etwas überlassen möchten, das Zukunft hat. Daher sind uns Energieeffizienz und Klimaschutz besonders wichtig.“

Anderen Eigenheimbesitzern rät er, sich nicht durch die im Vergleich zu einer herkömmlichen Brennwertanlage höheren Investitionskosten der Brennstoffzelle abschrecken zu lassen. „Man muss sich bewusst sein, dass man eine ganz andere Technologie nutzt. Und man muss sich ein bisschen damit befassen, wann man Strom benötigt.“ Denn dann zahle sich die Brennstoffzellenheizanlage auch schnell aus.

Gefördert vom EU-Programm „PACE“