Bayern Innovativ:
KWK unverzichtbar

Eröffnungsrede von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger

Hagen Fuhl (SenerTec) – Innovationen in der Mini-KWK

Norbert Zösch – Modellprojekt Haßfurt – Wasserstoff als Energieträger für Stadtwerke und Kommunen

Raphael Lechner – Aktuelle Entwicklungen, Rahmenbedingungen und Hemmnisse für die KWK

Frank Grewe – Innovationen für die Energiewende – das BHKW als Enabler

KWK vor Ort am 1. Oktober in Hassfurt:

Mit flammenden Reden warben am 30. September 2020 in der Stadthalle Haßfurt die Teilnehmer bei der Roadshow für die KWK. Der Bayerische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) schwärmte von der KWK als „Eierlegende Wollmilchsau“. Aiwanger stellte dabei die vielseitigen positiven Eigenschaften der KWK heraus.

Als Ausgleich zu den schwankenden Erträgen der Erneuerbaren Energien (Sonne, Wind) sei die Kraft-Wärme-Kopplung das ideale Werkzeug. Dies umso mehr, wenn Ende des Jahres 2022 das letzte Bayerische Kernkraftwerk Isar II abgeschaltet werden wird. Diese Lücke müsse geschlossen werden. Ab besten durch eine Aufstockung der KWK. Dieser ersten Lösung sollten systematisch nachhaltige und regenerativ erzeugte Energieträger folgen, meinte der engagierte Aiwanger.

Der Bayerische Energie- und Wirtschaftsminister hatte dabei im Besonderen den klimaneutralen Energieträger Wasserstoff im Blick. Wasserstoff wird derzeit vermehrt aus überschüssigem Strom erzeugt, welcher von Wind und Photovoltaikanlagen erzeugt wird.

Wasserstoff solle schrittweise fossile Energieträger ersetzen und in Industrie, Verkehr und Wärme eingesetzt werden. Die Power-to-Gas-Anlage in Haßfurt ist hierfür schon heute das beste Beispiel.

Die Behauptung, dass der Wirkungsgrad bei der Wasserstoffherstellung niedriger sei, als bei der direkten Verwendung von regenerativem Strom (z. B. in Batterien) konterte Aiwanger humorvoll: „Das wäre genauso, als würde man sagen, esst alle Erdbeeren sofort auf dem Feld. Friert sie nicht ein und macht keine aufwändige Marmelade!“

Aiwanger möchte weiter an den gesetzlichen Rahmenbedingungen und am Abbau der Bürokratie arbeiten, damit mehr Dynamik für Wasserstoff und KWK erzeugt wird.

Positiv äußerte er sich zur Schaffung einer Kleinanlagenregelung, wie es die Richtlinie der Europäischen Erneuerbaren Energien vorsieht. Demnach soll in Anlagen bis 30 kW für selbst erzeugten, gespeicherten und an Mieter verkauften Strom eine weitgehende Befreiung von Umlagen und bürokratischen Hürden gelten. Dies solle auch auf die KWK übertragen werden. Eine entsprechende Stellungnahme zum EEG 2021 wurde bereits an das Bundeswirtschaftsministerium gesendet.

Passend zum Standpunkt von Aiwanger stellten die Hersteller ihr Aktivitäten in Puncto Effizienz und Nachhaltigkeit vor. Den „Dachs“, das am meisten verkaufte Blockheizkraftwerk Deutschlands, stellte Hagen Fuhl, Prokurist der Schweinfurter SenerTec GmbH, vor. Der Dachs kann schon heute mit einer Beimischung von bis zu 50 % Wasserstoff im Erdgasnetz arbeiten. Im Rahmen einer Forschungsarbeit mit der OTH-Amberg-Weiden und dem KIT in Karlsruhe soll die Verträglichkeit des Dachs Hydrogen auf flexible Anteilen zwischen 0 und 100 % gesteigert werden. [wh]